Bericht Motorradtour in
die Dolomiten, Mai 2008
Donnerstag,
1. Mai (ca. 420 km)
Bei
Abfahrt in Spiez ist es bewölkt, zum Glück hat der Regen aufgehört. Auf der
Fahrt zu unserem Treffpunkt über den Brünig bin ich mal gespannt ob Otter
wirklich dabei ist. Die Wetterprognose ist gut, also sollte Otter da sein, aber
hat es den überhaupt ein Töff? Als ich etwas verspätet beim Treffpunkt
eintreffe sind die beiden schon da. Otter hat sich wieder eine Speedy zugelegt,
hat diese jedoch erst am Vortag abgeholt. Die beiden hatten nicht ganz so Glück
mit dem Wetter und ziehen das feuchte Regenkombi aus. Ich ziehe meines als
Temperaturschutz an, da es in die Höhe gehen soll.
Also
fahren wir weiter via Sattel, Einsiedeln, Sattelegg (Mittagessen) nach Näfels,
Kerenzerberg, Murg am Wahlensee. Also ich dort an der Wärme mein Regenkombi
ausziehe sehe ich es: Meine Gabel ist mit Öl verschmiert, ein Simmering hat den
Geist aufgegeben. Was jetzt? Mit einem Druckverband wird der Ölverlust im Zaum
gehalten und das Öl von der Bremsscheibe ferngehalten. Ob das wohl halt? Ich
glaube nicht so recht daran, also Bette ich mal auf den nächsten Kilometer.
Weiter
geht es über Chur, Lenzerheide, Tiefencastel, Julierpass. Hatte am Morgen noch
30cm Neuschnee, am Nachmittag aber ist die Strasse Furztrocken (wie meine Gabel!
Also gemeint ist aussen, innen ist nach wie vor Öl wie es sein muss)!
St.
Moritz, Zernez, Ofenpass nach Schlanders. Übernachtung im Hotel Schlossgarten.
Man spricht Deutsch. Übernachtung, Frühstück und Nachtessen: € 46.-
(Spezialpreis wegen Weiterleitung von Hotel Claudia).

Anlegen von dem Druckverband durch Dr. Otter
Richtung Julierpass, vor kurzem war der Skilift im Hintergrund noch im Betrieb

Auf dem Julierpass...

Offenpass auch noch mit viel Schnee
In Schlanders beenden wir den ersten Tag
Freitag,
2. Mai (ca. 250km)
Tolles
Sonnenscheinwetter. Die Hauptstrasse nach Meran ist verstopft und absolut mühsame.
Erleichtert biegen wir in Meran auf schmale Nebenstrasse und kurven nach Bozen.
Dort verpassen wir die Einfahrt ins Eggental, dafür gibt es ein enges
Kurvengeschlängel nach Welschenhofen und weiter über den Karrerpass (1753m).
Dort gibt es unsere erste Pizza zum Mittagessen. Auf unserer Karte hat es ein
Bild mit vielen Spitzkehren auf kleinstem Raum, wir beschliessen diese zu
finden. Der Kellner kann uns auch nicht weiterhelfen. Wir beschliessen beim
Passo Rollo (1970m) zu suchen werden jedoch nicht fündig. Also weiter über den
kleinen Passo Cereda (1369) nach Agordo. Übernachtung im Hotel Erice. Man
spricht kein Deutsch mehr. Ein schöner Ort, jedoch wir finden nur eine einfache
Pizzeria, also die zweite Pizza heute (für Barum die vierte diese Woche, tja
die Frau war nicht zuhause).

Kurz vor der Abfahrt
Hier gab es einen guten Kaffee...

Passo Rollo, mitten in den Dolomiten...

Schon wieder einen Kaffee...

Agordo wo wir Übernachteten
Samstag,
3. Mai (ca. 250km)
Tolles
Sonnenscheinwetter, dieses mal ist wohl verlass auf die Wetterprognose. Über
den Passo Duran (1605m) wärmen wir die Motoren und Reifen an. Nach dem Passo
Staulanza (1773m) sind wir richtig fit und nach 29 Spitzkehren (ja die sind
Nummeriert) sind wir auf dem Passo Giau (2236). Petit Kaffee und Sachertorte im
Schnee und tolle Aussicht. Otter entdeckt ein grünes Ferraricabrio und macht
gleich eine Sitzprobe. Im Vergleich zu einer anderen Sitzprobe von Otter in
einem fremden Ferrari kommt dieses Mal kein erboster Besitzer angerannt.
Weiterfahrt nach Cortina d’ Ampezzo via Passo Tre Croci zu den 3 Zinnen.
Eigentlich sind es nur 2, eine haben die Holländer nach Holland abtransportiert
;-).
Über
eine Sackgasse könnte man alle 3 Zinnen sehen, wir lassen es aber sein.
Irgendetwas
stimmt an meiner Monster nicht, dass Fahrverhalt ist nicht wie gewohnt. Habe
jetzt sicher zum dritten mal den Reifendruck am Hinterrad überprüft. Also
weiter zum Passo di Falzarego (2105m), Pordoijoch (2239m). Zweiter Zwischenfall:
Bei Stifus Monster hat sich die Schwingenachse verschoben, zum Glück ist sie
noch nicht herausgefallen. Also das war es was an meiner Monster nicht gepasst
hat. Etwas weiter unten, wo es wärmer ist, wird repariert. Nach 1 Stunde ist
die Schwingenachse wieder dort, wo sie sein sollte und das Fahrverhalten ist
wieder wie es sein soll. Via Karrerpass, Lavazejoch (1805m) nach Cavalese. Übernachtung
im Biker-Hotel La Stüa. Nachtessen in kleinem Restaurant mit Nero d’Avola.
Dort hat es uns Super gefallen (klar hatte auch keine Pizza im Angebot). Den
Fassgereiften Grappa ist leider ausgegangen. So kommt der Wirt gleich mit 5
Flaschen Grappa zu uns und wir haben eine tolle Grappa Degustation. Alle Sorten
bis auf den mit Calvados-Geschmack finden Anklang.

Kartenstudium um ja die besten Kurven zu finden
Eine der 29 Spitzkehren zum Passo Giau...

Auf dem Passo Giau (auch Colle S. Lucia genannt)

Die tolle Aussicht musste natürlich mit der
Karte abgeglichen werden

Otters Sitzprobe im grünen Ferraricabrio...
Rast auf dem Passo die Falzarego
Sonntag
4. Mai (ca. 670 km)
Unsere
Wege trennen sich. Ich fahre weiter Richtung Linz. Also darf noch einmal über
die Dolomitenpässe, da ich noch eine sportliche Distanz vor mir habe sind die
Kaffees und Fotohalte gestrichen. Kurz vor Tolmezzo erwische ich die falsche
Abbiegung. Ich entschliesse mich weiter zu fahren und auf der Autobahn zurück
zu kommen. Also positiven Nebeneffekt kann ich so Tolmezzo elegant umfahren, da
meine Karte jedoch südlich Tolmezzo aufhört fahre ich weiter als mir lieb ist
bis zur nächsten Autobahnauffahrt. Die verlorene Zeit kann ich nicht einmal auf
der Autobahn aufholen, da mein Sprit fast aus ist und ich beschliesse im
Windschatten von einem Minibus bis zur nächsten Ausfahrt zu fahren. In Pontebba
erfahre ich, dass der Nassfeldpass geschlossen ist, also muss ich die
langweilige Talstrasse weiterfahren. In Österreich stehen die Windische Höhe
an. Dies ist jetzt der Ultimative Test für meine Gabel, so schlechte Strassen
hatten wir in Italien nie. Durchgeschüttelt und mit immer noch dichter Gabel
(!) geht es weiter über die Turracher Höhe. Der Sölker Pass ist immer noch
geschlossen also nehme ich die Ausweichsroute über Hohentauern. Als letzter
Pass steht noch der Pyhrnpass an und erreiche mein Ziel um etwa 18:30
wohlbehalten. Meinen Verband an der Gabel hat einwandfrei gehalten, nur einmal
musste er ersetzt werden, also mein Gebet wurde überreichlich Erhöht. Eine
weitere Tour ging erfolgreich zu ende, wie war es wohl meinen Kollegen ergangen?
Diese
nehmen den Weg gen Westen: Lavazejoch, Auer, Eppan, Passo di Tonale, Tirano. Am
Zoll werden sie gefilzt. Der Zöllner ist sich schon sicher, einen geklauten Töff
entlarvt zu haben, als er im Computer bei Otter nur die Vespa findet. Aber dafür
gibt es eine simple Erklärung und der Zöllner ist um ein Erfolgserlebnis ärmer.
Weiterfahrt Pontresina, St. Moritz, Thusis richtung Oberalp. Dieser ist jedoch geschlossen,
deshalb bei Ilanz Umkehr via Chur, Bad Ragaz, Kerenzerberg (ein paar Kurven dürfen
es noch sein) nach Schindellegi, Sattel. Dritter Zwischenfall ohne Benzin.
Weiter nach Goldau, Luzern, Sursee, Lotzwil. Retour um 22 Uhr.
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