Reisebericht Motorradausflug
nach Italien August 2006
Geplant
hatten wir unsere 4 Tagestour zu dritt, waren uns nicht einig, welchem
Wetterbericht zu vertrauen. Die pessimistische Variante sprach von 2 Tagen
Regen, die optimistischere Variante sprach von Regen am ersten Tag im Süden. Steffu
und ich vertrauten der optimistischen Variante, da bereits am Vorabend
der angekündigte Regen ausblieb. Unser Dritter im Bunde hatte weniger
Gottesvertrauen und kam nicht mit. Also wie erlebten wir die Tour?
Meine
Anfahrt zum Treffpunkt in Wassen via Susten war trotz August Samstag relativ
verkehrsarm. So konnte ich mich auf die ersten Kurven einstimmen. Die
Schöllenen Schlucht war noch trocken, aber die Wolken am Gotthard liessen
nichts Gutes ahnen. Wie erwartet fing es in Hopsental zu regnen an. Da wir mit
viel Regen im Tessin rechneten, zogen wir sofort das Regenkombi an. Auf dem
Gotthard empfing uns sogar Nebel. Sollte das Wetter uns komplett im Stich
lassen? Nein, bereits um Quinto war es vorbei mit dem Regen und spätestens ab
Biasca war die Strasse trocken und die Sonne zeigte sich zwischen den Wolken.
Durch die Wettervorhersage noch skeptisch, fuhren wir im Regenkombi weiter und
als wir im Monte Ceneri Tunnel einen Roller überholten, dessen Fahrer bloss ein
T-Shirt und Shorts trug, entschlossen wir uns doch noch, das Regenkombi
auszuziehen. Bei gutem und zunehmend warmen Wetter fuhren wir weiter nach Milano
und Voghera, wo wir uns nach einem Hotel umsahen. Dies war gar nicht so einfach,
offenbar hat es sonst fast keine Touristen dort.

Anreise über den Susten
Hier haben wir dann unser Regenkombi doch noch abgezogen...
Im Zentrum von Voghera
Am
nächsten Tag waren Kurven angesagt, durch den Apennin fanden wir ein paar tolle
"Achterbahnen" bzw. Strassen. An einem Töfftreffpunkt gab es ein
gutes Mittagsessen. Wegen der Liveübertragung vom Töff GP waren wir die
einzigen Töffahrer, welche bei herrlichem Sonnenschein aussen assen. Durch den
Italienischen Doppelsieg fühlte sich anschliessend jeder ein bisschen wie Rossi
oder Capirossi. Auch meine Monster lief nach dem Sieg von Ducati besser.
Wunderbare Strassen führten uns nach Chiavari ans Mittelmeer, wo wir einen
wunderbaren Sonnenuntergang erlebten.

Suchen der kurvigen Strassen (wir haben sie auch
gefunden...)
An diesem Töfftreffpunkt gab es ein gutes Mittagsessen

Eine der vielen schönen Strassen kurz vor
Chiavari
Angekommen in Chiavari

Chiavari im August, schön warm...

Sonnenuntergang in Chiavari...
Auch
am nächsten Tag begrüsste uns wieder die Sonne. Leider hiess es schon, Abschied
vom Meer nehmen. Steffu tat dies mit einem Bad, ich zog das Bad im Bett am
Morgen noch vor. Gestärkt mit einem Kaffee ging es wieder auf Kurvensuche. Der
Einstieg bei Sestri Levante war nicht optimal (noch zu viel Häuser), trotzdem kamen
wir auf unsere Rechnung.
Kurz vor der Po Ebene haben wir bei einem Gelati uns Gedanken über unsere
Rückreise gemacht. Als Resultat haben wir die Autostrada angesteuert, um die Po
Ebene zügig zu durchqueren. Via Brescia sind wir zum schönen Lago d' Iseo
gefahren. Nach Einquartierung haben wir noch einmal ein gutes Italienisches
Nachtessen (natürlich mit Italienischem Wein) genossen.

Otter haben wir doch noch getroffen...
Beim Aufladen in Chiavari

In diesem wunderbaren Städtchen gab es noch
einmal ein richtigen Italienischen Kaffee

Mitten im Italienischen Kurvenlabyrinth...
Am Lago d' Iseo
Auch
am letzten Tag begrüsste uns die Sonne. Wir machten uns auf die Socken, nein
natürlich auf die Reifen Richtung Norden, dass heisst über den Passo dell
Aprica nach Tirano. In Tirano ging es Richtung Berninapass. Viele Italiener
hatten die gleiche Idee. So war die Fahrt zuerst eher mühsam, nach der
Abzweigung Richtung Livigno war die Strasse frei (Da wollten sich die Italiener
in den Ferien wohl etwas billigeres Benzin holen). Danach war das
Verkehraufkommen wieder normal. Nachdem wir in Pontresina an der Guzzi noch eine
Kerze und den Kerzenstecker gewechselt hatten, ging die Fahrt weiter über den
Julier und Oberalp. In Andermatt begrüssten uns doch ein paar Nebelschwaden. So
hatten wir unseren Abschlusskaffee nicht mehr an der Sonne. In Göschenen trennten
wir uns wieder. Ich nahm wieder Kurs Richtung Susten, welchen ich gegen Abend
fast ohne Verkehr überquerte. Die leichten Nebelschwaden waren kaum der Rede
wert.
Unser Abschlusskaffee in Andermatt
Ein
wunderbarer Ausflug ging so nach 1300 wunderbaren Kilometern zu Ende. Es hat
sich gelohnt, auf die positive Wetterprognose zu setzen, think positive!
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