Reisebericht in den Sinai
Herbst 2002 mit dem Fahrrad
1.Tag
Nach
Ankunft in Sharm el-Sheikh gab es zuerst einen lockeren Tag. Herumhängen am
Golf von Aquaba und fassen der Fahrräder (bis alle Fahrräder nach unseren
Wünschen eingestellt waren ging es doch tatsächlich 3 Stunden!!)

Golf von Aqaba mit unserem Hotel Baron
So kamen unsere Fahrräder an. Ob das wohl gut geht?
2.Tag
Erste
Etappe von Sharm el-Sheikh nach Dahab.
Für mich war dies die "Pannenetappe": Zuerst ging die Kamera nicht
mehr (Edi, danke für die Bilder) und später fiel mir das Pedal ab. Die
erste Reparatur mit Nachziehen machte das Gewinde total kaputt und da mit dem
Hammer die Kurbel nicht weggenommen werden konnte, musste ich bereits auf ein
Ersatzfahrrad umsteigen. Kurz vor dem Abend war auch an diesem Fahrrad (wieder
das linke) Pedal locker. Zweimal haben wir das Pedal noch nachgezogen, danach
habe ich die "Segel gestrichen" und bin die letzten paar Kilometer im
"Besenwagen" mitgefahren.
Total haben wir 103 Km und ca. 900 Hm gemacht (Edi hat vorher nur von 3
"Rämplei" gesprochen).

Arabische Reparatur
Eines der "Rämpeli" von Edi
3.
Tag
Wie
durch ein Wunder war mein Fahrrad wieder einsatzbereit, also ab in die Berge hiess es
heute, in etwas kühlere Gegend. Eigentlich waren
die Strassen ja gar nicht so schlecht, dennoch konnten die Einheimischen es
nicht unterlassen eine Grossbaustelle zu errichten. Bevor ein neuer
Strassenbelag aufgepflastert wird, wird zuerst die Strasse mit einer klebrigen Teerschicht
überspritzt. Leider wird diese Schicht zuerst einmal auf eine mehrere
Kilometer lange Strecke aufgespritzt, und unsere Fahrräder sahen entsprechen aus. Dies
war wohl der einzige Zeitpunkt, wo ich froh war, dass die Fahrräder gemietet
waren (OK auch auf der Anreise).
Übernachten sollten wir in der Oase Ain Khudra. Da der Weg dorthin durch den
Sand führte (inkl. einen steilen Abstieg), gab es noch eine kleine Wanderung und
ein Gewitter zog auch noch auf. Von diesem Gewitter sahen wir glücklicherweise vor allem die
Blitze (der Regen verschonte uns fast). Dies gab eine ganz spezielle Stimmung.
Da die Dusche in der Oase nicht mehr funktionierte gab es ein erfrischendes Bad
in einer Art "Wasserreservoir". Zum Glück ging auch der
Dieselgenerator nicht mehr, so hatten wir unsere Ruhe und eine romantische
Kerzenbeleuchtung. Als Extra konnten wir uns an einem klaren Sternenhimmel
erfreuen (ja das Gewitter hatte sich verzogen).
PS: In diese Oase gab es auch
keinen Handy Empfang, also wirklich eine Oase!
Total 67 Km und ca. 1000 Hm


Strasse
von Dahab Richtung Gebirge
Typisch Sinai (rote Felsen).

Letzter Aufstieg für heute
Typische Stimmung im Sinai
4.
Tag
Heute
war die zweite Bergetappe. Zuerst ging es zu Fuss zurück zu den Fahrrädern.
Danach ging es über ein abwechslungsreiches Höhenplatteau weiter Richtung Katharinen
Kloster. An der Strasse waren Schäden vom gestrigen Gewitter zu sehen und ein
neues zog auch wieder auf. Leider konnten wir uns diesem nicht entziehen (ein
paar haben es jedoch gemacht dank Begleitbus). Der harte Kern fuhr weiter und
erlebte das seltene Schauspiel von Hagel im Sinai. Es war auch eindrücklich zu
sehen, wie rasch sich die "Wadis" mit Wasser füllten und wie wenig der
Boden Wasser aufnahm. Durchnässt erreichten wir schliesslich unser Hotel.
Total 72 Km und ca. 950 Hm

Oase Ain Khudra
Hinten sieht man die Oase
5.
Tag
Heute
galt es für uns "wie gewöhnliche Touristen" in den Bus
einzusteigen und die letzten Meter zum Katharinen Kloster zu fahren. Nach einer
Besichtigung gab es eine Wanderung zum Mosesberg (für mich in den Halbschuhen,
da die Turnschuhe noch nicht trocken waren). Oben auf dem Berg konnten wir dank
der Bewölkung mal eine ganz ungewöhnliche Wetterlage erleben (Sonne und
Bewölkung wechselten sich ab).
Ein Beduinenmädchen
Innenhof vom Katharinenkloster

Katharinenkloster

Beduinen-Mercedes
Auf dem Mosesberg


Wetterstimmung auf dem Mosesberg
6.
Tag
Heute
sollte es vorallem bergab gehen. Bei wunderschönem Wetter (und dank den
Gewittern angenehmen Temperaturen) ging es westwärts durch das Wadi Fairan an
einer schönen Oase vorbei. Auf dieser Strecke konnten wir die gewaltige Wucht
vom Gewitter sehen. Teilweise war die Strasse unterspült, grosse Steine auf
der Strasse (falls vorhanden) oder war die Strasse komplett mit Sand und Geröll
zugedeckt. Zuerst wollte uns der lokale Sheriff nicht mit dem Fahrrad
weiterfahren lassen, schlussendlich gelang es uns doch ihn zu überzeugen.
Durch die Sandpassagen ging es relativ harzig, da hätte ich doch gerne noch
eine motorisierte Unterstützung gehabt (also durch die Sahara gehe ich nie mit
dem Fahrrad), dennoch waren diese Offroad Erlebnisse eine interessante
Abwechslung (vor allem wenn man von hinten zusehen kann wie ein anderer
absteigt.....).
Schlussendlich erreichten wir die Hauptverkehrstrasse am Golf von Suez und gaben
die Fahrräder wieder zurück. Dort wurden diese wieder abenteuerlich auf
den Besenwagen verladen. Heute waren es noch einmal 103 Km, jedoch ohne
Höhenmeter (auch kein Rämpeli).
Nach einem schönen Sonnenuntergang bestiegen wir unseren Bus und fuhren nach
Sharm el-Sheikh. Dort erreichte uns die Nachricht, dass wir bereits in der
nächsten Nacht zurückfliegen mussten und der geplante Schnorcheltag fiel einem
annullierten Flug zum Opfer. Schade, dass diese tolle Reise so abrupt enden
musste.


Fahrt Richtung Wadi Farain
Zerstörte Strasse


Hier kam richtiges Sandfeeling auf
Mittagsverpflegung durch unsere Begleiter


Auch wieder ein defektes Strassenstück
Zum Abschluss noch einen Sonnenuntergang
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